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Die Einweggesellschaft im Wandel

Oktober 24, 2011

Vor nicht allzu langer Zeit war vieles noch anders.
Mein Vater erzählte mir, wie er als Kind (etwa 1947) mit der blechernen Milchkanne durch den Ort lief, um Milch zu holen.
Und wenn man alte Möbelstücke sieht, dann bestehen diese vornehmlich aus Holz mit eisernen Schrauben oder Nägeln. Vornehme Stücke auch mit eingelassenem Marmor oder Glas und wenn es ganz teuer war, finden sich Teile aus geschnitztem Elfenbein daran. Alles außer Kunststoff.
Nadelbäume, deren Stämme einst zur Harzgewinnung (u.a. zur Klebstofferzeugung) angeritzt wurden, findet man selbst jetzt noch in deutschen Wäldern.

Doch heutzutage leben wir in einer Einweg-Gesellschaft.
Es gibt im Supermarkt Getränke in Einwegverpackungen, Einweg-Rasierer und auch für unsere kleinsten gibt es Windeln zum Wegwerfen, die beliebt (da benutzerfreundlich) sind. Dies meist in Plastikfolie verpackt und für den Transport ins traute Heim gibt es Einkaufsbeutel aus Kunststoff an der Kasse.

Vieles davon muss sich noch in diesem Jahrhundert ändern, denn der Erdölvorrat der Erde ist begrenzt und es ist abzusehen, dass er in den nächsten Jahrzehnten so weit abnimmt, dass die Förderung zu aufwändig oder zu teuer wird.

Anhänger der Marktwirtschaft (von manchen Bevölkerungsgruppen auch gern als Kapitalismus bezeichnet) vertreten die Ansicht, dass das Öl nicht vollkommen verbraucht werden wird, da vorher der Preis so weit steigt, dass es sich kaum noch jemand leisten will.
Das hat bereits begonnen: in den letzten elf Jahren hat Deutschland seinen Erdölverbrauch um etwa 12 Prozent gesenkt, jedoch haben sich die Ausgaben Deutschlands für die Ölimporte in der gleichen Zeit auf das dreifache erhöht.

Dies wird zur Folge haben, dass bald Holzspielzeug deutlich günstiger zu haben sein wird als das gleiche aus Kunststoff.
Und Strom aus regenerativen Quellen (Wind, Sonne, Wasser, Biomasse) ist schon jetzt fast günstiger als jener aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen.
Man wird auch feststellen, dass Recycling „sich rechnet“, wenn die Rohstoffe teurer werden.
Einige Leute betreiben bereits mini-Kraftwerke anstelle von Heizungen, denn dort wird die Energie nicht nur einfach in Wärme verwandelt, die dann in den Weltraum abgestrahlt wird, sondern auch in Strom, der zuvor noch Lampen und Computer antreiben kann, bevor auch diese Energie als Wärme endet (denn wegen des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik kann man Wärme nicht so einfach wieder in andere Energieformen umwandeln).
Schließlich wird es auch günstiger sein, Dinge zu kaufen, die nebenan hergestellt und nicht erst um die halbe Welt transportiert wurden.

Es wird sich etwas ändern auf dieser Welt.
Bald schon.